Schirmherrschaft

Grußwort des Schirmherrn des Deutschen Reha-Tages 2020 Peter Weiß, MdB und Vorsitzender der Aktion Psychisch Kranke

Peter Weiß, Foto: Claudia Thoma Fotografie

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich fühle mich geehrt und freue mich, dass ich dieses Jahr die Schirmherrschaft für den Deutschen Reha-Tag übernehmen darf. Als Vorsitzender der Aktion Psychisch Kranke (APK) liegt mir das Thema Psychisch Kranke sehr am Herzen, umso wichtiger ist es, dass es dieses Jahr durch den Deutschen Reha-Tag in den Mittelpunkt gerückt wird.

Unter dem Motto „Dimensionen von Teilhabe psychisch kranker Menschen“ findet die diesjährige Auftaktveranstaltung statt. Wie wichtig das Thema ist, machen die steigenden Zahlen von Erwerbsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Beeinträchtigung deutlich. Nach wie vor werden psychische Erkrankungen anders als körperliche Beeinträchtigungen gewertet. Häufig erfahren Patienten aufgrund ihrer Erkrankung eine Stigmatisierung im beruflichen, freundschaftlichen und auch familiären Umfeld. Ein gefährlicher Kreislauf. Denn die Ausgrenzung kann dazu führen, dass sich psychisch kranke Menschen noch weiter isolieren oder ihre Erkrankung gar verschweigen und somit auch keine Behandlung erhalten. Dabei leidet von den 18- bis 79-Jährigen inzwischen jede vierte männliche und jede dritte weibliche Person zumindest zeitweilig unter voll ausgeprägten psychischen Störungen. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten, wie eine Rehabilitation zu einer umfassenden Teilhabe beitragen kann, aufzuzeigen. Eine frühe Diagnose und eine entsprechende Therapie können den Patienten dabei helfen, möglichst aktiv, wieder am Leben teilzunehmen. Inzwischen gibt es zahlreiche und unterschiedliche Therapieangebote.

Als Vorsitzender der APK setze ich mich dafür ein, dass psychisch kranke Menschen die für sie nötige Behandlung erhalten und vor allem, dass der einzelne Mensch dabei im Mittelpunkt steht und nicht eine Institution. Im Sozialgesetzbuch ist der Grundsatz verankert, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu berücksichtigen. Leider bedarf dieser Grundsatz nach wie vor einer besonderen Anstrengung, um bei Entscheidungen im politischen Raum genügend Verbündete zu finden. Die Politik, aber auch die Gesellschaft müssen sich öffnen, um psychisch kranken Menschen eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.  Daher ist es so wichtig, dass der diesjährige Deutsche Reha-Tag sich diesem Thema annimmt. Ich wünsche mir ein Umdenken in unserer Gesellschaft und eine Offenheit für den Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Ihr Peter Weiß