Schirmherrschaft

Jürgen Dusel

Grußwort des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Deutsche Reha-Tag 2018 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Reha und Arbeit“. Ich begrüße das sehr, denn medizinische und berufliche Reha sind von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und den Weg zurück ins Arbeitsleben zu ebenen. Ich bin überzeugt, dass oftmals eine gelingende Inklusion ein Rehabilitationssystem auf hohem fachlichen Niveau zur Voraussetzung hat. Inklusion braucht insofern Rehabilitation. Eine gesundheitliche Einschränkung kann schnell ins berufliche „Aus“ führen. Eine qualitativ hochwertige berufliche Reha eröffnet Betroffenen wieder neue Chancen und berufliche Perspektiven. Wer nach Krankheit oder Unfall nicht mehr in seinen alten Beruf zurückkehren kann, hat einen Anspruch auf eine Rehabilitation. Die Palette der rehabilitatorischen Maßnahmen ist groß. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen, dass die Betroffenen ohne Hürden und Schwellenängste eine Rehabilitation beantragen können und auch bewilligt bekommen.

 

Verbesserungen in diesem Zusammenhang erhoffe ich mir durch die Wirkung des Bundesteilhabegesetzes mit seinen verbindlichen Regelungen zur Zusammenarbeit der Rehabilitationsträger und der Einführung eines trägerübergreifenden Teilhabeplanverfahrens. Konkret bedeutet dies, dass ein Reha-Antrag ausreicht, um alle benötigten Leistungen von verschiedenen Reha-Trägern zu erhalten. Dadurch werden Leistungen "wie aus einer Hand" möglich. Dabei ist mir auch ein weiterer Aspekt ganz wichtig: Wenn der Antragstellende es wünscht, kann der Teilhabeplan in einer Teilhabeplankonferenz gemeinsam mit dem Rehabilitationsträger besprochen werden - und zwar auf Augenhöhe. Das stärkt die Partizipation und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen im Verfahren, weil wichtige Kontextfaktoren, wie etwa Lebenssituation, familiäre Gegebenheiten und individuelle Bedarfe so besser berücksichtigt werden können. Das sollte zu abgestimmten und passgenauen Teilhabeleistungen für die Rehabilitanden führen und eine zügige Bewilligung der erforderlichen Maßnahmen möglich machen. Leistungen zur Teilhabe sind umso erfolgreicher, je früher sie eingeleitet und durchgeführt werden. So können Arbeitslosigkeit oder die Abhängigkeit von Erwerbsminderungsrenten vermieden und spätere Altersarmut verhindert werden.

Wichtige Akteure in diesem Prozess sind medizinische Rehabilitationseinrichtungen, Berufsbildungswerke, Berufsförderungswerke und vergleichbare Einrichtungen. Sie stellen sich den Herausforderungen moderner beruflicher Arbeitswelten und entwickeln kontinuierlich innovative Reha-Angebote. Mein Dank geht daher an alle Beschäftigten in der Reha, die dafür Sorge tragen, dass zukunftsträchtige Angebote durchgeführt, entwickelt und weiterentwickelt werden.

Ich wünsche dem Deutschen Reha-Tag 2018 ein gutes Gelingen mit vielen interessanten Veranstaltungen und interessierten Besuchern.

 

Ihr Jürgen Dusel