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13. Oktober 2022: Parlamentarisches Frühstück für die Rehabilitation

Bundestagsabgeordnete der Regierungs- und Oppositionsparteien, Vetreter:innen aus dem Bundesgesundheits- und Arbeitsministerium sowie Akteure der Reha-Branche waren am 13. Oktober 2022 der Einladung des Aktionsbündnisses Deutscher Reha-Tag gefolgt. Bei dem Parlamentarischen Frühstück für die Reha im Dachgarten-Restaurant Käfer im Deutschen Bundestag diskutierten die Teilnehmer:innen über aktuell dringliche rehapolitische Herausforderungen mit folgenden Themenschwerpunkten:  „Reha: Alles Digital?“, „Long-/Post-Covid - Reha-Angebote und Nachfrage“, „Existenzbedrohende Auswirkungen der Kostenexplosionen auf die Reha-Einrichtungen“, „Vereinfachter Zugang zur geriatrischen Reha nach IPReG?“, „Kinder- und Jugendreha - 5 Jahre nach dem Flexirentengesetz“, „Auswirkungen der Pandemie auf Reha-Bedarfe im Bereich Abhängigkeitserkrankungen“, „Auswirkungen der Pandemie  auf die Mutter-/Vater-/Kind-Einrichtungen“.

Brigitte Gross, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Bund und eines der Gründungsmitglieder des Deutschen Reha-Tags begrüßte die Gäste des Reha-Frühstücks und bekräftigte in ihrer Begrüßung die Potenziale von Digitalisierung und Telemedizin für die medizinische Rehabilitation aus Sicht eines Reha-Trägers: „In den kommenden Jahren gilt es mit Hilfe von Modellprojekten und Implementierungsforschung weiter praktische Erkenntnisse zu sammeln. (…) Das Ziel sind qualitativ hochwertige  Versorgungsangebote die eine Verzahnung von Reha und Alltag ermöglichen und zur Lebenswelt der Menschen passen.“

Aus Sicht der Leistungserbringer wies Dr. Thomas Klein vom Fachverband Sucht+ e.V. und langjähriges Mitglied des Initiatorenkreises in seinem Grußwort nachdrücklich darauf hin, dass die  „Digitalisierung enorme Chancen bietet bessere Schnittstellen zwischen Akut und Rehabilitation zu herzustellen, um Ressourcen zu bündeln und passgenaue individualisierte Angebote für die Rehabilitanden zu schaffen.“ Zudem bietet die Digitalisierung im Gesundheitssystem und damit auch für den Bereich der Reha ein enormes Potenzial der Entbürokratisierung.

Hannelore Loskill, Vorsitzende der BAG Selbsthilfe e.V. und ideelle Unterstützerin des Deutschen Reha-Tag-Bündnisses, begann ihre Begrüßung mit einem  persönlichen Erfahrungsbericht einer Reha-Maßnahme und lobte die außerordentlich hilfreichen digitalen Angebote der Reha-Klinik. Adressiert an politische Entscheider und Leistungserbringer wies sie auf die anstehende Zukunftsaufgabe hin: „Vor dem Hintergrund von Post-/Long-Covid-Erkrankungen  müssen wir künfg das Thema der beruflichen und medizinischen Reha mehr verzahnen denn je.“ Digitale Transformation funktioniert als Chance. Das Aktionsbündnis Deutscher Reha-Tag, so die Rednerin, wird Politikerinnen und Politiker stetig daran erinnern, dass ein politischer Umsetzungswille dafür dringliche Voraussetzung ist.

Der 19. Deutsche Reha-Tag 2022

Das Thema des Deutschen Reha-Tags 2022 lautet: „Reha: Alles Digital?! Wie Mensch und Technik zusammenkommen.“ In der Digitalisierung stecken große Potenziale um die medizinische Versorgungsqualität der Bevölkerung insgesamt zu verbessern. Besonders viele positive Effekte haben digitale Anwendungen in der Rehabilitation. Welche sind das? Und lässt sich die Digitalisierung gezielt im Reha-Zugangsverfahren oder in alle Reha-Maßnahmen einbinden? Antworten auf diese Fragen gab die Auftaktveranstaltung des 19. Deutschen Reha-Tags am 21. September 2022 in Eberswalde. Gastgeber war die brandenburgische GLG Fachklinik Wolletzsee. Grußworte vom Schirmherrn Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB und Michael Zaske, Leiter Abteilung Gesundheit beim Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg eröffneten den Aktionstag. 

Michael Zaske, der in Stellvertretung der Brandenburger Gesundheitsministerin gekommen war, bestätigte den Vertreter:innen der Reha-Einrichtungen: „Ohne eine flächendeckende versierte Rehakliniklandschaft geht es nicht! Es macht keinen Sinn, eine moderne Hochleistungsmedizin zu schaffen und nicht dafür zu sorgen, dass die Wiedereingliederung der Patienten in Berufsleben und Alltag nach der Krankenhausbehandlung ermöglicht wird. Die Reha ist fester Bestandteil im Kreislauf der Gesundheitsversorgung. Angesichts enorm steigender Energie- und Sachkosten müssen die Reha-Kliniken ähnlich wie in der Pandemie finanzielle Unterstützung erhalten.“ In welcher Form und in welchem Umfang das möglich sein wird, ist in Bundes- und Landespoltitik momentan (Stand: 23.09.2022) in der Diskussion.

Im Anschluss folgen Impulsvorträge und Praxisberichte von Expert:innen zur Digitalisierung von Prozessen und Therapien in der medizinischen Rehabiliation. Kristin Schröder-Kolew, Verwaltungsleiterin der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde lieferte einen spannenden Praxisbericht zur modernen digitalen Willkommenskultur für Patient:innen ihrer Klinik. Wie mit kleinen Digitalisierungs-Projekten im Qualitätsmanagement der Einrichtung große Wirkung erzielt werden kann, erklärte Elfi Bröckl, Qualitätsmanagementbeauftragte.

Das immense Spektrum digitaler robotischer und technischer Therapie- und Assistenzlösungen in der Reha präsentierten Dr. Christian Brüggemann, Chefarzt der Neurologie  und Katja Siebold, Leiterin der Ergotherapie aus GLG Fachklinik Wolletzsee. Patient:innen können dank des Zusammenwirkens von Robotik und Therapeutinnen nach einem Schädel-Hirn-Trauma wieder alltägliche Bewegungsabläufe neu erlernen oder mit computergestütztem Training Wahrnehmungsstörungen therapieren. Ein computergestütztes Armlabor und Gangstudio in der GLG Fachklinik Wolletzsee geht damit erfolgreich zukunftsweisende Wege. Einige Geräte konnten von den Teilnehmer:innen der Veranstaltung vor Ort im Foyer erprobt werden.

Das Resümee des Tages war deutlich: Der Einsatz digitaler Technologien in Reha und Vorsorge stiftet besonderen Nutzen für Patient:innen und Mitarbeiter:innen. Doch sie muss  finanziert werden, so Christin Walsh, Verwaltungsdirektorin der GLG Fachklinik GmbH. Während Krankenhäuser mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) finanziell bei den Investitionen für Telemedizin, Digitalisierung und IT-Sicherheit unterstützt werden, bleiben Reha-Kliniken bei Investitionen in die Digitalisierung auf sich allein gestellt. Hier müssen auf schnellstem Wege die Rahmenbedingungen verbessert werden. Für die aktuelle Energiekrise, die für Reha-Kliniken zur existentiellen Krise geworden ist, forderte die Verwaltungsdirektorin mit Nachdruck eine zügig geschnürtes Entlastungspaket auf Bund- und Länderebene.

Potenzial der Digitalisierung für die Rehabilitation

Schirmherr des Deutschen Reha-Tages 2022 ist Prof. Dr. Andrew Ullmann, MdB. In seinem Grußwort bekräftigt er das Potenzial der Digitalisierung für die Rehabilitation. Lesen Sie hier sein Grußwort zum Deutschen Reha-Tag 2022.

Veranstaltungen und Gesprächsrunden mit Akteuren von Reha-Leistungsträgern und -Leistungserbringern sowie von Betroffenenverbänden finden rund um den Deutschen Reha-Tag 2022 am 24.September 2022 statt.

Initiatorenkreis Deutscher Reha-Tag

Antonia Walch
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